
Trauerredner zu werden, hatte ich ursprünglich nicht geplant. Der Weg dorthin begann mit einer sehr persönlichen Erfahrung.
Als mein Vater im März 2026 verstarb, mussten innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Entscheidungen getroffen und Formalitäten erledigt werden. Für die eigentliche Trauer schien kaum Raum zu bleiben. Nichts war vorbereitet, und auch seine Wünsche für die Beerdigung waren nicht festgehalten.
Schließlich organisierten wir eine Trauerfeier im privaten Kreis mit etwa 30 Familienangehörigen und Freunden. Es stellte sich die Frage, wer die Rede halten sollte. Ich entschied mich, diese Aufgabe selbst zu übernehmen.
Mit einem Blatt Papier und einem Stift begann ich meine Gedanken und Erinnerungen aufzuschreiben. Das Schreiben war schmerzhaft und zugleich erleichternd. Es gab den vielen Gefühlen eine Form und half mir dabei, das Leben meines Vaters noch einmal bewusst zu betrachten.
Am Tag der Trauerfeier stand ich vor den Angehörigen und Freunden. Ich nahm mir Zeit für die Worte, für Pausen und für die Erinnerungen. Die letzten Sätze konnte ich nur noch mit großer Mühe aussprechen. Doch die dankbaren Reaktionen der Angehörigen zeigten mir, wie viel eine persönliche Rede bewirken kann.
Meine Frau hatte schon zuvor mehrfach gesagt, dass sie mich in einer solchen Rolle sehe. Erst durch diese eigene Erfahrung wurde mir bewusst, dass der Weg zum Trauerredner tatsächlich zu mir passt.
Erfahrung und Persönlichkeit
Ganz neu war das Sprechen vor Menschen für mich allerdings nicht. Ich blicke auf mehr als 200 Veranstaltungen zurück, darunter Hochzeiten und Jugendweihen, bei denen ich als Sprecher tätig war.
Diese Erfahrung verbinde ich heute mit Einfühlungsvermögen, Authentizität und einer Stimme mit Wiedererkennungswert. Mir ist wichtig, jedem Menschen und jeder Lebensgeschichte mit Respekt, Aufmerksamkeit und ehrlichem Interesse zu begegnen.
Nachweis: zertifizierter Trauerredner
